Jungpolitiker im Sommergespräch: Martin Pichler, Liste JETZT

Im dritten Teil unserer Jungpolitiker-Serie kommt mit Martin Pichler ein Kandidat der Liste JETZT zu Wort. Ein besonderes Anliegen ist dem 23-Jährigen die Freiheit im Netz.

SCHPEKK: Wie sind Sie zur Politik gekommen?

Pichler: Da ich in meiner Jugend viel Zeit als PC-Spieler verbracht habe, war bereits damals das freie Internet ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt in meinem Leben. Das hat dazu geführt, dass ich 2011 den Zugang zur Politik durch die damals geplante Einführung der Vorratsdatenspeicherung (VDS) gefunden habe. Diese wurde gerechterweise 2014 vom Europäischen Gerichtshof gekippt. Daneben nahm ich an den Anti – ACTA Demos teil, welche europaweit stattgefunden und dazu geführt haben, dass dieses Abkommen vom EU-Parlament abgelehnt wurde. Das hat mich damals dazu bewegt, mich in der Politik zu engagieren und überzeugt, dass man in der Politik etwas verändern kann, wenn man will.

SCHPEKK: Welche politischen Themen sind Ihnen besonders wichtig – für welche Inhalte kämpfen Sie?

Pichler: Die Freiheit der Österreicher und EU-Bürger ist mein größtes Anliegen. Dazu zählt der Schutz der persönlichen Rechte und Privatsphäre. Gerade im Bereich der Netzpolitik sind wir in Österreich hinterher, sei es bezüglich Infrastruktur oder Datenschutz. Ein Beispiel, welches nicht nur Österreich, sondern die gesamte EU betrifft, ist der Uploadfilter, welcher nun auf nationaler Ebene umgesetzt werden soll. Die Intention ist der Schutz von Urhebern digitaler Werke, im Endeffekt aber ist es eine konstante Überprüfung dessen, was gerade hochgeladen wird. Das führt dazu, dass die EU in Bereichen wie Digitalisierung und Start-Ups hinter den USA und China noch weiter zurückfällt. Dadurch fällt es jungen Menschen noch schwerer, sich mit neuen Ideen durchzusetzen. Man drängt sie ins Ausland. Es entsteht für den Staat ein Wettbewerbsverlust und Brain-Drain. Aber noch schlimmer ist, dass man den restlichen Jugendlichen das Signal gibt, hier könne man nichts erreichen, was das Gefühl verstärkt, es gäbe keine Perspektiven.

SCHPEKK: Was mögen Sie besonders am Wahlkampf?

Pichler: Am besten gefällt mir meine tägliche Arbeit. Als Angestellter von JETZT – Liste Pilz verbringe ich viel Zeit in der Parteizentrale. Meine Ideen kann ich direkt einbringen und da wir keinen alten Parteiapparat haben, lassen sich diese schnell umsetzen. Meine Arbeit besteht aus zwei Teilen. Zum einen bin ich für das Filmen von Pressekonferenzen und schnellen Fotomontagen, aber auch für einfaches Webdesign zuständig. Zum anderen erledige ich diverse Kommunikationsaufgaben und stehe dadurch mit Mitgliedern und Aktivisten im Kontakt.

SCHPEKK: Welche Strategien braucht es Ihrer Meinung nach, um junge Menschen für die Politik zu begeistern?

Pichler: Politikverdrossenheit kommt deswegen auf, weil junge Menschen mit ihren Anliegen nicht ernst genommen werden. Statt sie als junge Erwachsene zu behandeln und Verantwortung übernehmen zu lassen, schiebt man sie zur Seite und glaubt, man kann über ihre Zukunft bestimmen – ohne sie. Am meisten hat man das gemerkt, als es um die Schulstreiks von „Fridays for Future“ ging. Man könnte Jugendlichen auf Augenhöhe begegnen, versuchen ihre Forderungen zu verstehen und herauszufinden, warum sie streiken, usw. Stattdessen lästert man darüber und bezeichnet sie als faul. Dann braucht man sich nicht wundern, wenn Jugendliche wenig Begeisterung für Politik ausstrahlen. Das muss ein Ende haben!

SCHPEKK: Welchen Nutzen haben junge Menschen, wenn Sie Ihre Partei wählen?

Pichler: Neben den Inhalten, die wir vertreten, sind wir eine junge Partei, die nicht an den Altlasten der anderen Großparteien leidet. Unsere Entscheidungen sind nicht von einem alten Parteiapparat geprägt, sondern von einem jungen und durchmischten Team, das sich mit den Anliegen von jungen Menschen identifizieren kann.

Die bisherigen Sommergespräche zum Nachlesen:
Moritz Otahal (ÖVP)
Sophia Hochedlinger (GRÜNE)

Foto: Liste JETZT/Pichler

3 Gedanken zu „Jungpolitiker im Sommergespräch: Martin Pichler, Liste JETZT

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