ÖBB-Pläne: Was will Pasching?

Seit Jahren beschäftigen die ÖBB-Pläne zum Ausbau der Westbahnstrecke zwischen Linz und Wels die örtliche Kommunalpolitik. Zum Vorreiter im Kampf gegen die einschlägigen Vorhaben wurde dabei die Gemeinde Leonding. Mit Pasching ist jedoch unter anderem eine weitere Kommune stark betroffen.

So droht die stetig wachsende 8.000-Einwohner-Gemeinde ihre im Ortsteil Pasching gelegene Bahn-Haltestelle bekanntlich zu verlieren. Im Zuge der geplanten Verschwenkung schwebte zudem die Verlegung der Haltestelle Richtung Süden (Gegend Tierfriedhof) im Raum.

Während sich die Stadt Leonding bereits seit Jahren im Kampf-Modus befindet (u.a. Bericht “STANDARD” 2012), trat der Gemeinderat der westlichen Nachbargemeinde diesbezüglich lange nicht öffentlich in Erscheinung.

Uneinigkeit zwischen den Parteien

Öffentliche Bewegung brachte Paschings Bürgermeister Peter Mair im vergangenen September mit seiner Teilnahme an einer gemeinsamen Pressekonferenz mit den BürgermeisterInnen von Leonding und Oftering in die Causa. Dort sagte Mair: “Die Verlegung der Trasse bringt eine Verbesserung der Lebensqualität für den Ort Pasching, die Durchschneidung des Ortes wird entfallen, es gibt weniger Lärmbelastung und Erschütterungen und der Ort Pasching kann sich auch nach Süden entwickeln. Leider hat die ÖBB bei ihrer Planung die Haltestelle Pasching aus nicht nachvollziehbaren Gründen entfallen lassen. Seit Bestehen der Westbahnstrecke haben wir eine Haltestelle, deren Erhalt wir auch weiterhin haben wollen und fordern”

Konträr dazu brachten am Donnerstag Paschings ÖVP (Team Hofko) und FPÖ eine Resolution in den Gemeinderat ein, derzufolge man sich für den Ausbau am Bestand, und damit gegen die Verschwenkung, aussprach. Gefordert wurde damit der vierspurige Ausbau am Bestand sowie die Beibehaltung der Haltestelle. Die Resolution wurde vom Paschinger Gemeinderat schließlich angenommen. Generell kommt Resolutionen als politischen Willensbekundungen keine unmittelbare Rechts-, sondern vielmehr Symbolkraft zu. Pasching setzt damit ein Zeichen. Wenn auch uneinig und vielleicht zu spät.

Foto: Mittermair

6 Gedanken zu „ÖBB-Pläne: Was will Pasching?

  • 13. November 2019 um 17:16
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    Pasching hat scheinbar wirklich die dümmsten Gemeinderäte!!! Wir hätten die einmalige Chance die hochfrequentierte Westbahnstrecke aus dem Ort zu bringen und unsere Gemeinderäte stimmen dagegen!!! Bei der ÖVP kann ich es ja noch verstehen, weil einige Gemeinderäte (Großgrundbesitzer) ihre persönlichen Interessen vertreten müssen. Das sich aber die FPÖ und die Liste Öfferlbauer gegen die eigenen Bürger wenden, ist unverständlich, kurzsichtig und dumm!!!

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    • 14. November 2019 um 9:56
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      Im Falle von Eigeninteressen muss sich ein Gemeinderat für befangen erklären und einer Abstimmung fernbleiben.
      Öfferlbauer hätte aufgrund seines Wohnortes eigentlich (so wie der Bürgermeister) Interesse einer Verlegung der Trasse, zumal nicht nur deshalb der Lärm weniger werden würde, sondern auch durch das ÖBB-Schwesterprojekt “Umfahrung Pasching für PKWs”, die nur funktioniert, wenn die Geleise verlegt werden.

      Seltsamerweise ist diese PKW-Umfahrung von Pasching in den letzten 12 Monaten aus den ÖBB-Plänen verschwunden.

      Was wissen wir nicht?

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  • 14. November 2019 um 9:40
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    Der Paschinger Gemeinderat inkl. damaliger Bürgermeister hat sich vor Jahren aktiv und erfolgreich mehrheitlich dafür eingesetzt, dass beim Ausbau zu vier Geleisen die Strecke aus Pasching verschwindet und zum Flughafen fährt. Die ÖBB wollte lieber im Ort erweitern.

    Alleine die ÖBB entscheidet, wo sie fährt. Alle anderen haben die Rolle von Ratgebern und Bittstellern.
    Auf Seiten der ÖBB ist die Verlegung zum Flughafen auf Schiene. Das weiß man hoffentlich auch im Gemeinderat. Der Bau des Projektes Linz-Marchtrenk hat in Linz schon begonnen.
    https://infrastruktur.oebb.at/de/projekte-fuer-oesterreich/bahnstrecken/weststrecke-wien-salzburg/ausbau-linz-marchtrenk/rund-um-die-planung

    https://presse.oebb.at/de/presseinformationen/oebb-vorbereitungsarbeiten-fuer-viergleisigen-ausbau-linz-westseite-sperre-bahnunterfuehrung-gaumbergstrasse

    Diese Resolution ist nicht mehr als Kosmetik, die halt manche hässlich finden und deren Zweck sich mir nicht erschließt.

    Wem würde diese nützen?

    Antwort
  • 14. November 2019 um 10:40
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    Die Umfahrung für den Straßenverkehr um Pasching ist aus den Plänen gestrichen worden.

    Hier ab ca Minute 5 ist sie in der Visualisierung der ÖBB noch drinnen und würde den Ort um Zigtausende Fahrzeuge beruhigen.
    https://youtu.be/OsSwA7i8gzg?t=297
    (Sollte das Video gelöscht werden, ist bei mir ein Backup erhältlich)

    Hier ist sie dann verschwunden
    https://youtu.be/3Bbkx_AWMf8?t=297

    Das wäre wohl einen Artikel wert, oder?

    Antwort
  • 14. November 2019 um 10:50
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    Auch die neue “optionale” Haltestelle Pasching zwischen Tierfriedhof und Ort ist im alten Video noch eingezeichnet (Minute 5:30) https://youtu.be/OsSwA7i8gzg?t=335

    Jetzt ist sie verschwunden.

    Was ist da los?

    Antwort
  • 15. November 2019 um 2:42
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    Verschwenkung oder nicht Verschwenkung ist eigentlich gar nicht mehr das thema wenn es ohnehin scjon viel zu spät ist. Rot-schwarz hat es verpasst für die Haltestelle zu kämpfen. Einzelbeispiele wie Öferlbauer sind lobenswert wenn ihnen ihr Mandat mehr wert ist als ihr eigenes Grundstück, das gibt’s sonst nirgendwo so schnell aber trotzdem hilfts uns im endeffekt nichts. Enttäuscht von den Eliten wieder mal. Die Leute in oö die sowas entscheiden sind auch irgendwo gewählt und daher müssen wir uns mal selbst hinterfrsgen von wem wir uns eigentlich verarschen lassen

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