SV Haka Traun geht in Vorbereitung neue Wege

Die grassierende Corona-Pandemie sorgte im Fußball-Unterhaus für eine unfreiwillige Ausdehnung der ohnehin überlang erscheinenden Winterpause. Wann König Fußball wieder rollt, gilt als ungewiss. Beim SV HAKA Traun überlässt man dennoch nichts dem Zufall und bereitet sich hochprofessionell auf eine etwaige Rückrunde vor. Wir haben uns exklusiv mit dem neuen Cheftrainer Marco Mittermayr unterhalten.

Seit dem Jahreswechsel gibt bei den Trauner Fußballern mit Marco Mittermayr ein neuer Mann die sportliche Richtung vor. Der 32-jährige Pädagoge beschränkt sich in Krisenzeiten dabei keineswegs auf das Fußballerische, auch privat hat der ehemalige Donau- und Gmunden-Kicker, der einst in der Talenteschmiede von Austria Wien ausgebildet worden war, seinen neuen Schützlingen einige Dinge mit auf den Weg gegeben. „Wichtig ist für mich, dass die Spieler in einer Krise wie der vorliegenden zunächst auf ihr eigenes Umfeld achten. Es ist mir wichtig, dass sie ihre Familien entsprechend aufklären und die Kinder aktuell nicht zur Schule schicken“, so Mittermayr, der kurz vor Verhängung der Ausgangsbeschränkungen die Mannschaft noch einmal zu einem gemeinsamen Termin treffen konnte.

Nun muss die Kommunikation über andere Kanäle stattfinden, was in Zeiten von whatsapp kein Problem darstellt. Die sportliche Versorgung ist jedenfalls auf hochprofessionelle Art und Weise sichergestellt. „Mit meinem Co-Trainer Markus Fischeidl, der als Sportwissenschaftler mit der Materie bestens vertraut ist, haben wir der Mannschaft ein ausgeklügeltes Trainingsprogramm mit auf den Weg gegeben. Dankenswerterweise hat der Verein durch den Einsatz von Obmann Gerhard Hackl zudem alle Spieler mit topmodernen Uhren ausgestattet. Auch arbeiten wir mit einer App, die die Werte entsprechend analysiert“, verrät Mittermayr, für den klar ist, dass sportliche Aktivitäten nur im von der Regierung proklamierten Ausmaß erfolgen dürfen. „Das Programm ist so gestaltet, dass der Spieler beispielsweise alleine läuft oder am Hometrainer arbeitet. Aktivitäten auf der Laufbahn haben wir explizit untersagt!“

“Hätten das nicht hochstilisiert”

Ob es überhaupt eine Rückrunde geben wird, weiß freilich auch der Traun-Coach nicht. „Ich denke, dass vieles von den Entscheidungen der Bundesliga abhängen wird!“ Sollte die Frühjahrsmeisterschaft ausgespielt werden, müssen sich die Trauner, um ihr Ziel Klassenerhalt zu erreichen, vor allem auswärts steigern. So wurde auf des Gegners Platz bislang nur ein Zähler geholt. Wo setzt man hier als Trainer an? „Vieles geschieht bei solchen Dingen natürlich im Kopf. Ansetzen kann man hier etwa, indem man sich spezifisch auf die gegnerischen Plätze vorbereitet. So sollte man etwa vor einem Auswärtsspiel in Dietach (spielen auf Kunstgrün, Anm.) auch auf Kunstrasen trainieren. Wenn einen bei einem anderen Spiel ein kleinerer Platz erwartet, beschneidet man den eigenen Trainingsplatz etwa mit Hütchen, um die Gegebenheiten entsprechend zu simulieren. Wir wären hier sicherlich nicht planlos hineingegangen, hochstilisiert hätten wir diese Bilanz aber auch nicht!“, verrät Mittermayr, der vom Erreichen des Saisonziels überzeugt ist.

Die Einschätzungen von HAKA-Traun-Obmann Gerhard Hackl, der sich zuletzt über Facebook mit einem kritischen offenen Brief an die Anhängerschaft des Vereins gewendet hatte, teilt Mittermayr. „Amateurfußball soll Amateurfußball bleiben. Gerhard Hackl ermöglicht in Traun in diesem Bereich sehr viel und er hat Recht, man sollte sich wieder auf die Werte des Amateurfußballs rückbesinnen. Die vorliegende Krise stellt eine Chance dar, Dinge zu verbessern und einen guten Mittelweg zu finden!“

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Foto: HAKA Traun

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